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  • Brand auf chilenischer Antarktis-Station

    Ein Feuer auf der chilenischen Marine-Basis auf King George Island (Südshetland-Inseln, Antarktis) hat in der Nacht auf Donnerstag mehrere Gebäude zerstört. Die 10 dort stationierten Angehörigen der chilenischen Marine wurden nicht verletzt und wurden evakuiert. Das Feuer brach mitten in der Nacht im alten Teil der Station aus. Angefacht durch starke Winde, sprangen die Flammen schon bald auch auf die neueren Gebäude aus dem Jahr 2009 über. Löschversuche wurden durch die Feuerwehr des nahegelegenen Flugplatzes Teniente Marsh unterstützt, doch mit wenig Erfolg. Bei Mporgengrauen konnte das Feuer zwar gelöscht werden, doch nur noch rauchende Ruinen blieben übrig. Die Ursache des Feuer und die Höhe des Schadens werden zurzeit untersucht. Der Flug- und Schiffsbetrieb werden weitergeführt.

Seit dem 27. Mai 2010 steht in Japan der neuseeländische Walfanggegner der Tierschutzgruppe «Sea Shepherd» Pete Bethune vor Gericht. Der Aktivist war Anfang Januar in der Antarktis an Bord eines Begleitschiffes der japanischen Walfangflotte geklettert. Bis zur Rückkehr nach Japan blieb der 45-Jährige an Bord und wurde schliesslich festgenommen. Bethune droht bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.

Peter-Bethune-Ady-Gil
Peter Bethune am Steuer des Schnellbootes «Ady Gil». Das Schnellboot erreichte Spitzengeschwindigkeiten von bis über 80 km/h.

Im Einsatz der Schutzorganisation «Sea Shepherd» gegen den Walfang, kollidierte das Begleitschiff «Shonan Maru 2» der japanischen Walfangflotte am 6. Januar 2010 mit der «Ady Gil» in der Nähe der Commonwealth-Bay. Die «Shonan Maru 2» überlief dabei die «Ady Gil» und trennte ein 4,50 Meter langes Stück des Bugs ab. Die sechs Besatzungsmitglieder, ein Australier, ein Holländer und vier Neuseeländer, konnten von der «Bob Barker», einem weiteren Schiff von «Sea Shepherd», aufgenommen werden.

Das Mutterschiff «Bob Barker» versuchte, die «Ady Gil» in die 36 bis 48 Stunden entfernte französische Forschungsstation Dumont d’Urville zu schleppen. Das Boot wurde bei dem Zusammenstoss jedoch so stark beschädigt, dass es nach 37 absolvierten Kilometern aufgegeben werden musste und am 8. Januar um 3.30 Uhr Ortszeit sank. Die Crew pumpte zuvor noch Treibstoff und Öl ab und versuchte, Batterien und Ausrüstungsgegenstände zu bergen.

Kollision
Nach der Kollision mit der «Shonan Maru 2» ist die «Ady Gil» schwer beschädigt und musste aufgegeben werden.

Ein Besatzungsmitglied erlitt bei der Kollision einen Rippenbruch. «Sea Shepherd» und die japanischen Walfänger geben sich gegenseitig die Schuld an dem Vorfall, der derzeit von neuseeländischen und australischen Behörden untersucht wird. Der australische Senator Bob Brown schickte eine Rechnung über 2 Millionen Dollar an die japanische Botschaft. Am 15. Februar 2010 enterte der Kapitän der «Ady Gil», Peter Bethune, von einem Jet-Ski aus das Schiff der japanischen Walfangflotte, die «Shonan Mahru 2», um dessen Kapitän eine Rechnung über 3 Millionen Dollar für den Verlust der «Ady Gil» zuzustellen. Bethune wurde auf dem Schiff festgesetzt und nach Tokio überführt. Dort sitzt er in Untersuchungshaft und ist der Piraterie angeklagt.

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Anhänger von «Sea-Shepherd» demonstrieren für die Freilassung von Peter Betune.

Das Entern des japanischen Walfangschiffes hat für den neuseeländischen Tierschützer ein juristisches Nachspiel. Die Anklage wirft ihm Körperverletzung, widerrechtliches Eindringen, gewaltsame Behinderung von Geschäftsaktivitäten, Zerstörung von Eigentum und Verletzung des japanischen Waffenkontrollgesetzes vor.

Bethune räumte bei Prozessbeginn ein, er sei ohne Erlaubnis an Bord des japanischen Walfängers «Shonan Maru 2» gegangen. Ausserdem gab der 45-Jährige zu, ein Messer bei sich gehabt zu haben. Auch den Anklagepunkt des Vandalismus gestand er ein, bestritt jedoch den Vorwurf der Körperverletzung. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Aktivisten der Organisation «Sea Shepherd» bis zu 15 Jahre Haft.

«Sea-Shepherd»-Gründer Paul Watson verurteilte den Prozess in Tokio als «politisch motiviert». Gegenüber dem japanischen Fernsehen kündigte er eine Verschärfung der Taktik an, um im kommenden Jahr noch mehr Wale zu retten.

Protest-2

Siehe auch unter: Walfang – Situation eskaliert