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  • Brand auf chilenischer Antarktis-Station

    Ein Feuer auf der chilenischen Marine-Basis auf King George Island (Südshetland-Inseln, Antarktis) hat in der Nacht auf Donnerstag mehrere Gebäude zerstört. Die 10 dort stationierten Angehörigen der chilenischen Marine wurden nicht verletzt und wurden evakuiert. Das Feuer brach mitten in der Nacht im alten Teil der Station aus. Angefacht durch starke Winde, sprangen die Flammen schon bald auch auf die neueren Gebäude aus dem Jahr 2009 über. Löschversuche wurden durch die Feuerwehr des nahegelegenen Flugplatzes Teniente Marsh unterstützt, doch mit wenig Erfolg. Bei Mporgengrauen konnte das Feuer zwar gelöscht werden, doch nur noch rauchende Ruinen blieben übrig. Die Ursache des Feuer und die Höhe des Schadens werden zurzeit untersucht. Der Flug- und Schiffsbetrieb werden weitergeführt.

Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat sich auf der ersten Moskauer Arktis-Konferenz gegen eine «Schlacht» um die Öl- und Gasvorräte im Eismeer ausgesprochen. In der Vergangenheit hatte die russische Führung allerdings immer wieder deutlich gemacht, dass sie ihre Ansprüche auf Teile des Territoriums notfalls auch militärisch durchsetzen werde.

Putin
Putin möchte keine «Schlacht» um die Öl- und Gasvorräte, hat aber ganz klare Vorstellungen was Russland zugesprochen werden soll.

Im Wettlauf um die Bodenschätze in der Arktis macht Russland erneut Druck. In Moskau machte Russland klar, dass es die «Vorratskammer» im nördlichen Polarkreis für sich öffnen möchte. Dabei spielt die fortschreitende Klimaerwärmung eine grosse Rolle. Während sich Wissenschaftler wegen der schmelzenden Eismassen grosse Sorgen machen, hoffen die Arktis-Anrainerstaaten auf einen erleichterten Zugang zu Öl und Gas.

Die «geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen» der Arktis-Anrainer müssten auf dem Wege «partnerschaftlicher Zusammenarbeit» geklärt werden, sagte Putin am 23. September 2010 bei einer live im Staatsfernsehen übertragenen Rede auf der Tagung. Die Territorialansprüche in der Region müssten auf Grundlage internationaler Gesetze gelöst werden.

Russland will bis 2014 Forschungsergebnisse vorlegen, die beweisen sollen, dass sein Kontinentalschelf so weit in die Arktis reicht, dass es den Nordpol beanspruchen darf. Moskau hofft dabei auf eine rasche Anerkennung des Meeresbodens als russisches Territorium, um dort Öl, Gas und andere Bodenschätze zu fördern. Auch Kanada, die USA und weitere Arktis-Anrainer sind längst am Rennen um die Rohstoffe im Eismeer beteiligt.

Karte-Verteilung
So dürfte die Verteilung der Arktis in Zukunft eventuell Tatsache sein.

Für Umweltschützer ist die Entwicklung dagegen der blanke Horror. Der stetig steigende Wasserspiegel ist das ein Problem. Das andere ist die drohende Zerstörung eines der letzten intakten Naturgebiete auf der Erde.

Zwar steht die internationale Tagung unter dem Motto «Territorium für Dialog». In Wahrheit geht es aber vor allem um einen handfesten Territorialstreit um gigantische Öl- und Gasvorräte. Denn unter dem arktischen Eismeer werden gemäss Schätzungen bis zu 25 Prozent der weltweiten Öl- und Gasreserven vermutet.

Auf der Moskauer Konferenz diskutieren mehr als 400 Experten aus 15 Ländern auch über die dramatischen Folgen des Klimawandels und die Auswirkungen für die Bewohner. Die ökologischen Aspekte drohen allerdings angesichts der vermuteten Bodenschätze zunehmend zur Nebensache zu werden.

Messungen aus dem Jahr 2007 zeigen in der Arktis eine drastische Abnahme der Eisfläche. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1978 – 2000 reduzierte sich die Fläche nahezu um die Hälfte auf noch 4 Millionen Quadratkilometer. Sollte diese Entwicklung anhalten, fürchten Wissenschafter, könnte die Arktis bereits 2030 im Sommer eisfrei sein.

Aus Sicht der Industrie hat der Klimawandel auch positive Aspekte. So hoffen Investoren, dass durch das zurückweichende Eis in Zukunft Bodenschätze in der Region leichter abgebaut werden können. Der Klimawandel ermöglicht zudem neue dauerhafte Schifffahrtswege, etwa die Nordostpassage vor der Küste Sibiriens.