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  • Brand auf chilenischer Antarktis-Station

    Ein Feuer auf der chilenischen Marine-Basis auf King George Island (Südshetland-Inseln, Antarktis) hat in der Nacht auf Donnerstag mehrere Gebäude zerstört. Die 10 dort stationierten Angehörigen der chilenischen Marine wurden nicht verletzt und wurden evakuiert. Das Feuer brach mitten in der Nacht im alten Teil der Station aus. Angefacht durch starke Winde, sprangen die Flammen schon bald auch auf die neueren Gebäude aus dem Jahr 2009 über. Löschversuche wurden durch die Feuerwehr des nahegelegenen Flugplatzes Teniente Marsh unterstützt, doch mit wenig Erfolg. Bei Mporgengrauen konnte das Feuer zwar gelöscht werden, doch nur noch rauchende Ruinen blieben übrig. Die Ursache des Feuer und die Höhe des Schadens werden zurzeit untersucht. Der Flug- und Schiffsbetrieb werden weitergeführt.

Ein gemeinsames norwegisch-amerikanisches Expeditionsteam ist im Jahr 2007 auf ihrem Weg zum Südpol in der Eiswüste auf ein überraschendes Relikt der Vergangenheit gestossen. In der abgelegendsten Region der Antarktis, tauchte vor den Wissenschaftlern plötzlich eine Büste des verblichenen kommunistischen Diktators Lenin auf.

Lenin am Südpol
Einsam steht Lenin seit über 50 Jahren in der Eiswüste.

Sowjetische Polarforscher hatten den so genannten Pol der Unzugänglichkeit 1958 erstmals mit Schneefahrzeugen erkundet. Dabei haben die Forscher den weitesten von allen Ozeanen entfernte Punkt der Erde erreicht und dort einen kleinen Stützpunkt errichtet. Nach zwei Wochen zogen sie wieder ab, nicht ohne jedoch den steinernen Lenin zu hinterlassen, dessen Blick sie gegen Moskau richteten.

Lenin in der Sonne
Die ehemalige Station ist vollständig vom Eis zugedeckt, nur noch Lenin schaut aus dem Eis.

Fast 50 Jahre später haben die vier Polarforscher die geographische Mitte der Antarktis erreicht. Das Team aus drei Briten und einem Kanadier legte nach eigenen Angaben mehr als 1.700 Kilometer zurück, bevor es den Pol am 19. Januar 2007 als Erste nur mit Hilfe von Skiern und Windsegeln erreichte. «Wir bemerkten einen schwarzen Punkt am Horizont. Als wir näher kamen, erschien der Umriss der Büste - wir konnten es nicht glauben», schrieb das von dem Kanadier Paul Landry geführte Expeditionsteam auf seiner Internetseite. «Wir waren alle so erschöpft, dass wir einfach unser Zelt aufgestellt haben - mit Lenins strengem Blick auf uns.» Zuletzt hatte 1989/90 ein französisches Expeditionsteam mit Hundeschlitten die geographische Mitte der Antarktis besucht.

Expeditionsgruppe vor Lenin
Die norwegisch-amerikanische Expeditionsgruppe sah aus der Ferne nur einen schwarzen Punkt.

Die Station «Pol der Unzugänglichkeit» (russisch = «Poljus Nedostupnosti») wurde für meteorologische Bobachtungen und Messungen im Rahmen der dritten sowjetischen Antarktis-Expedition, die 1958 im Internationalen Geophysikalischen Jahr stattfand, eingerichtet und vom 14. bis 26. Dezember 1958 betrieben. Sie bestand aus drei Hütten, darunter einer kleinen Schutzhütte für vier Personen und Hütten für Funk- und Messanlagen sowie Elektronik. Die in der Umgebung der Station durchgeführten Beobachtungs- und Forschungsarbeiten erfolgten teilweise aus Laborfahrzeugen. Heute ist von der Station ausser der Büste von Lenin nur noch ein Gebäude vorhanden, das jedoch vom Schnee schon fast vollständig begraben wurde. Der Ort ist als historische Stätte geschützt.

Pol der Unzugaenglichkeit
Der Pol der Unzugänglichkeit liegt etwa 870 Kilometer nordöstlich des Südpols und mehr als 3.725 Meter über dem Meeresspiegel.