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  • Brand auf chilenischer Antarktis-Station

    Ein Feuer auf der chilenischen Marine-Basis auf King George Island (Südshetland-Inseln, Antarktis) hat in der Nacht auf Donnerstag mehrere Gebäude zerstört. Die 10 dort stationierten Angehörigen der chilenischen Marine wurden nicht verletzt und wurden evakuiert. Das Feuer brach mitten in der Nacht im alten Teil der Station aus. Angefacht durch starke Winde, sprangen die Flammen schon bald auch auf die neueren Gebäude aus dem Jahr 2009 über. Löschversuche wurden durch die Feuerwehr des nahegelegenen Flugplatzes Teniente Marsh unterstützt, doch mit wenig Erfolg. Bei Mporgengrauen konnte das Feuer zwar gelöscht werden, doch nur noch rauchende Ruinen blieben übrig. Die Ursache des Feuer und die Höhe des Schadens werden zurzeit untersucht. Der Flug- und Schiffsbetrieb werden weitergeführt.

Das Forscherteam für die neue russische Nordpolstation SP-38 ist in der Nacht zum 12. Oktober 2010 von Bord des Eisbrechers «Rossija» auf eine driftende Eisscholle in der Tschuktschensee, einem Teil des Nordpolarmeeres, abgesetzt worden. Die Eisscholle, die nach einer sorgfältigen Suche gefunden worden war, ist zwölf Kilometer lang und acht Kilometer breit.

Atomeisbrecher_Rossija
Der Atomeisbrecher «Rossija» beim Verlassen von Murmansk. Der 75'000 PS starke Eisbrecher kann bis zu fünf Meter dickes Eis durchbrechen.

Die Eisscholle, auf der die Polarstation SP-38 untergebracht wird, war zwei Tage zuvor nach intensiver Luftaufklärung geortet worden. Sie liegt 600 km nördlich der Wrangel-Insel, ist 7 mal 12 Kilometer gross und entspricht hinsichtlich der Eisstärke - zwei bis 2,5 Meter - allen dafür geltenden Anforderungen. In der Winterzeit soll sie um mindestens 1,5 Meter dicker werden. Sie war im kanadischen Arktis-Sektor entstanden und soll dank ihrer Lage und der Geschwindigkeit, mit der sie driftet - etwa 0,2 Knoten - eine längere Lebenserwartung haben. Der Leiter der Station SP-38, der 53-jährige Tomasch Petrowski, meinte darauf, er habe in den letzten drei bis vier Jahren keine bessere Eisscholle gesehen.

Der russische Premier Wladimir Putin hat dem Leiter der Expedition «Arktis-2010», Artur Tschilingarow, und den 15 Mitgliedern des Nordpol-Teams telefonisch zum erfolgreichen Umzug der Nordpolstation auf eine driftenden Eisscholle in der Tschuktschensee gratuliert. Die Polarstation SP-38 ist am 15. Oktober 2010 offiziell eröffnet worden. Die dazugehörige Ausrüstung und Versorgungsgüter waren seit dem Dienstag von Bord des Atom-Eisbrechers «Rossija» auf die Eisscholle verladen worden.

Nordpol_1
Nordpol-1. Da wahrscheinlich weder Robert Peary noch Frederick Cook den Nordpol erreicht haben, waren vermutlich Mitglieder der Nordpol-1 Expedition am 6.6.1937 die ersten Menschen am Nordpol.

Drifteisstationen seit den 1930er Jahren.

Russland organisiert als einziger der Arktis-Anrainer seit den 1930er Jahren Driftstationen. Die erste sowjetische driftende Station «Nordpol-1» wurde im Mai 1937 eröffnet und arbeitete fast ein Jahr lang. Die Expedition bestand damals aus vier Polarforschern mit dem legendären Iwan Papanin an der Spitze. In 274 Tagen hatte «Nordpol-1» 2500 Kilometer zurückgelegt,

Dem jetzigen Team, gehören Ozeanologen, Wetterexperten, Aerologen, Ingenieure und Hydrographen an. Sie sollen ein Jahr lang das Wasser, das Eis und die Umwelt im Nordpolarmeer erforschen. Die Wissenschaftler wohnen in beheizten und mit Strom versorgten vorgefertigten Häusern. Ihnen stehen Schlepper, ein Kraftwerk und ein Dampfbad zur Verfügung.

Rossija_beim_Entladen
Der Atomeisbrecher «Rossija» wird ca. 600 Kilometer nördlich der Wrangen Insel entladen.

Es geht auch um Gebietsansprüche

Die Forscher sollen auch prüfen, wie das russische Navigationssystem GLONASS in hohen Breiten funktioniert. Der Leiter der Station erklärte, sein Team wolle zudem beweisen, dass der russische Festlandsockel wachse. Eine der Aufgaben der Station sei es, die Grenze des russischen Festlandsockels zu definieren. Russland betrachtet die Nordpolregion wegen ihres Rohstoffreichtums als wirtschaftlich wichtig. Das Land beansprucht einen 1,2 Millionen Quadratkilometer grossen Teil der Arktis einschliesslich des Nordpols. Dies wird damit begründet, dass der Festlandsockel unter dem Eismeer die Fortsetzung der eurasischen Landmasse ist.

Arthur_Tschilingarow
Artur Tschilingarow, Leiter der Expedition «Arktis-2010», erwarb grosses Ansehen durch spektakuläre Expeditionen in der Arktis und Antarktis.