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  • Brand auf chilenischer Antarktis-Station

    Ein Feuer auf der chilenischen Marine-Basis auf King George Island (Südshetland-Inseln, Antarktis) hat in der Nacht auf Donnerstag mehrere Gebäude zerstört. Die 10 dort stationierten Angehörigen der chilenischen Marine wurden nicht verletzt und wurden evakuiert. Das Feuer brach mitten in der Nacht im alten Teil der Station aus. Angefacht durch starke Winde, sprangen die Flammen schon bald auch auf die neueren Gebäude aus dem Jahr 2009 über. Löschversuche wurden durch die Feuerwehr des nahegelegenen Flugplatzes Teniente Marsh unterstützt, doch mit wenig Erfolg. Bei Mporgengrauen konnte das Feuer zwar gelöscht werden, doch nur noch rauchende Ruinen blieben übrig. Die Ursache des Feuer und die Höhe des Schadens werden zurzeit untersucht. Der Flug- und Schiffsbetrieb werden weitergeführt.

Die Ausmasse sind gewaltig, 80 mal 30 Kilometer misst ein Eisberg, der sich vor zwei Wochen vom Mertz-Gletscher in der Antarktis gelöst hat. Geburtshelfer für diesen Giganten war der Zusammenstoss zwischen einem andern Eisberges mit dem Mertz-Gletscher. Dabei wurde ein Teil der Gletscherzunge, der infolge natürlicher Eisbewegungen schon fast abgerissen war, endgültig abgetrennt.

In der vergangenen Woche erschienen die ersten Satellitenaufnahmen der schwimmenden Eismassen und erregten gewaltiges Aufsehen. Das Geschehen an der antarktischen Küste schien dadurch noch dramatischer zu werden. Von einer «Jahrhundertkollision» sprachen australische Forscher. Solche Kollisionen kommen aber immer wieder vor. Nur gerade 2 Wochen vorher ist vor der deutschen Neumayerstation, auf der anderen Seite der Antarktis der Eisberg B15K ins Ekström Eisschelf gedonnert. Dieser war nur ein Teil des bisher grössten je registrierten Eisberg B15, welcher sich im Frühjahr 2000 vom Ross-Eisschelf gelöst hat.

Metz-Gletscher-Uebersicht

Das Ende des Mertz-Gletschers ragt südlich von Australien ins Meer. Immer wieder lösen sich Eisblöcke von der Gletscherzunge ab und treiben von der Küste weg. Das Abreissen der Eiszunge am Mertz-Gletscher kam nicht unerwartet. In den letzten 10 Jahren hatten sich auf beiden Seiten der Zunge Risse gebildet. «Die 80 Kilometer lange Eiszunge war schon fast abgebrochen, sie ist nur noch wie ein lockerer Zahn festgehangen», meinte der französische Experte Benoit Legresy in einem Interview. Nach der Kollision am 12. oder 13. Februar 2010 driftet der neue Eisberg mit einer Grösse von Luxemburg in Richtung Norden. An der Gletscherzunge gab es seit Jahren Risse. Als dann der ältere Eisberg B9B in die Gletscherzunge krachte, habe sich der 400 Meter dicke Eis-Koloss schliesslich gelöst, So etwas komme einmal in 50 bis 100 Jahren vor, sagte der Gletscherexperte Neal Young im australischen Rundfunk.

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07. Februar 2010, der Eisberg B9B kurz vor der Kollision.
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20. Februar 2010, B9B hat die Gletscherzuge des Metz-Gletschers erreicht und schiebt diese in Richtung Westen.
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26. Februar 2010, Der Eisberg B9B hat die Gletscherzunge vom Metz-Gletscher getrennt. Ein neuer Eisberg ist geboren.

Von wo kommt der Eisberg B9B

Der Eisberg brach 1987 mit einer Grösse von 154 km mal 35 km vom Ross-Eisschelf ab und trieb als Eisberg mit der Bezeichnung «B9» im Meer bis er zerbrach. Ein 97 Kilometer grosses Fragment von B9, welcher nun unter der Bezeichnung B-9B registriert wurde, lief fünf Jahre später 100 Kilometer östlich des Mertz-Gletschers auf Grund, löste sich aber vor kurzem wieder. Zwischen dem 12. und 13. Februar, so die Cracice-Wissenschaftler am Polarforschungszentrum in Hobart auf der australischen Insel Tasmanien, hat dieser «B-9B» nun die angeknackste Zunge des Mertz-Gletschers gerammt und abgebrochen.

Klimawandel unschuldig

Könnte das Abbrechen von zwei grossen Schollen innert kurzer Zeit eine Folge des Klimawandels sein? Nein, sagt der AWI-Wissenschaftler Klaus Grosfeld. «Aus meiner Sicht ist das reiner Zufall. Das Kalben der Antarktisgletscher ist ein natürlicher Prozess, das ist nichts Besonderes. Derzeit sind 20 bis 30 grosse Eisberge in der Antarktis unterwegs. Die meisten sind im Küstenstrom gefangen und treiben gegen den Uhrzeigersinn um die Antarktis. Da kann es schon mal zu Kollisionen kommen».