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  • Brand auf chilenischer Antarktis-Station

    Ein Feuer auf der chilenischen Marine-Basis auf King George Island (Südshetland-Inseln, Antarktis) hat in der Nacht auf Donnerstag mehrere Gebäude zerstört. Die 10 dort stationierten Angehörigen der chilenischen Marine wurden nicht verletzt und wurden evakuiert. Das Feuer brach mitten in der Nacht im alten Teil der Station aus. Angefacht durch starke Winde, sprangen die Flammen schon bald auch auf die neueren Gebäude aus dem Jahr 2009 über. Löschversuche wurden durch die Feuerwehr des nahegelegenen Flugplatzes Teniente Marsh unterstützt, doch mit wenig Erfolg. Bei Mporgengrauen konnte das Feuer zwar gelöscht werden, doch nur noch rauchende Ruinen blieben übrig. Die Ursache des Feuer und die Höhe des Schadens werden zurzeit untersucht. Der Flug- und Schiffsbetrieb werden weitergeführt.

Nach sechs Jahren Bauzeit und einem Jahrzehnt Vorbereitung wurde am 18. Dezember 2010 das grösste Messgerät der Welt, der «IceCube», fertig. 1500 Meter unter dem antarktischen Eis haben Forscher ein 1000 Meter langes Neutrino-Observatorium gebaut. «IceCube» soll Hochenergie-Neutrinos registrieren, die milliardenfach die Erde durchqueren.

Kabel_verlegen
In jeder Saison mussten die Datenkabel der neu herabgelassenen Sensoren mit dem IceCube-Labor verbunden werden.

Kernstück der 279 Millionen US-Dollar teuren Anlage am Südpol ist ein Eiswürfel mit einer Grösse von einem Kubikkilometer welcher mit hochempfindlichen Lichtsensoren durchsetzt ist. «IceCube» besteht aus 86 Kabeln, an denen in Tiefen zwischen 1,45 und 2,45 Kilometern jeweils 60 Glaskugeln angebracht sind. Diese Sensoren haben die Aufgabe, Neutrinos aus dem Weltall aufzuspüren. Und hier beginnt das Problem, denn Neutrinos machen sich beim Aufprall auf Materie nicht wirklich bemerkbar. Sie können die Erde oder einen menschlichen Körper durchdringen, ohne mit einem einzigen Atom zu kollidieren. Aufgrund dieser schwachen Wechselwirkung mit Materie ist es schwierig, die neutralen Elementarteilchen, die oft als Geisterteilchen bezeichnet werden, überhaupt nachzuweisen.

Bohrloch
Eine der 60 Glaskugeln wird in das vorher mit 80 Grad heissem Wasser gebohrte Loch herabgelassen.

Geheimnisse von fremden Galaxien

Nach Angaben des Hamburger Forschungszentrum DESY ist der Südpol ein idealer Ort, weil er kristallklares Tiefeneis bietet und es mit der Amundsen-Scott-Station die notwendige Infrastruktur gibt. Die Löcher mit den optischen Sensoren frieren innerhalb weniger Tage wieder zu. Die von allen Sensoren gemessenen Signale werden zur Zentralstation an der Oberfläche übertragen, dort aufbereitet und via Satellit an die Forschungsinstitute auf der Nordhalbkugel gesendet. Die Wissenschaftler erhoffen sich von den Messergebnissen Aufschlüsse über schwarze Löcher im Zentrum von Galaxien oder über die rätselhafte Dunkle Materie in unserem Universum.

IceCube-Mitarbeiter
Die IceCube-Mitarbeiter feierten die Fertigstellung des grössten Neutrinodetektors der Welt.

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