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Warnung

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  • Brand auf chilenischer Antarktis-Station

    Ein Feuer auf der chilenischen Marine-Basis auf King George Island (Südshetland-Inseln, Antarktis) hat in der Nacht auf Donnerstag mehrere Gebäude zerstört. Die 10 dort stationierten Angehörigen der chilenischen Marine wurden nicht verletzt und wurden evakuiert. Das Feuer brach mitten in der Nacht im alten Teil der Station aus. Angefacht durch starke Winde, sprangen die Flammen schon bald auch auf die neueren Gebäude aus dem Jahr 2009 über. Löschversuche wurden durch die Feuerwehr des nahegelegenen Flugplatzes Teniente Marsh unterstützt, doch mit wenig Erfolg. Bei Mporgengrauen konnte das Feuer zwar gelöscht werden, doch nur noch rauchende Ruinen blieben übrig. Die Ursache des Feuer und die Höhe des Schadens werden zurzeit untersucht. Der Flug- und Schiffsbetrieb werden weitergeführt.

Die Wirtschaftskrise sorgt für rückläufige Zahlen. Reisen in die Antarktis sind sehr begehrt, aber verhältnismässig teuer. Die weltweite Wirtschaftskrise hat jetzt dazu geführt, dass die Besucherzahlen im Südsommer 2008/09 massiv zurückgegangen sind. Noch ungewiss sind die Prognosen für 2009/10.

Waren es 2007/08 noch total 46.000 Touristen, zählte die Statistik der IAATO ein Jahr später «nur» noch 37’734 Besucher. Für Ökologen, die vor den negativen Folgen der stetig steigenden Touristen und Schiffe warnen, sind dies gute Nachrichten. In der Polar-Tourismus-Branche herrscht Nervosität. Auch die kommende Saison 2009/10 dürfte gemäss Angaben der Reedereien schlecht laufen. Vereinzelt wurden bereits einzelne Abfahrten zu Saisonbeginn im November 2009 annulliert. Bis 2011 oder 2012 dürfte es laut Tourismusexperten keine steigenden Zahlen geben.

Professor-Molchanov
Vorzugsweise mit kleinen Schiffen unterwegs, die Professor Molchanov fasst 53 Passagiere

Umweltschützer haben schon seit Jahren vor einer grösseren Katastrophe in der ökologisch sensiblen Südpol-Region gewarnt. Die Zwischenfälle nehmen in letzter Zeit mit steigenden Touristenzahlen stetig zu. Glimpflich verlief der Untergang des Kreuzfahrtschiffes «Explorer» vor zwei Jahren. Im Dezember 2008 kollidierte die «Ushuaia» mit einem Felsen und ist leckgeschlagen. Die 122 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden evakuiert und nach Chile ausgeflogen. Ohne Umweltschäden verlief auch der Zwischenfall der «Ocean Nova», im Februar 2009 nahe der argentinischen Station San Martin als das Schiff auf Grund gelaufen war.
Je mehr Schiffe in den Gewässern um die Antarktis unterwegs sind, desto eher steigt das Risiko, dass es zu einer folgenschweren Kollision oder einem Untergang komme, warnt indes Jon Bowermaster vom National Geographic Society Expedition Council. «Typisch für diese Region sind schnell wechselnde Wetterbedingungen und andere unvorhersehbare Ereignisse. Dazu kommen noch die grossen Distanzen zwischen den Landmassen, die eine Evakuierung schwierig gestalten.»

Touristen-in-der-Antarktis
Wenige Besucher mit genügend Abstand zu den Pinguinen birgt kaum Gefahr für die Tiere.

Die Folgen eines schweren Unfalles in den eisigen Gewässern wären katastrophal. Die Antarktis ist eine extrem sensible Region, in der Unfälle mit Öl jahrzehntelang Spuren hinterlassen würden. Der Abbau von Öl dauert in den kalten Regionen wesentlich länger als in wärmeren Gegenden.  

Die 26 Vollmitglieder des Antarktisvertrages wollen den Tourismus in der Antarktis begrenzen. Mit dieser Massnahme solle das gefährdete Ökosystem der Südpol-Region geschützt werden. Kreuzfahrtschiffe in der Region um den Südpol sollen künftig höchstens 500 Passagiere aufnehmen. Zu keiner Zeit sollen sich mehr als 100 Touristen an Land befinden.

Eine vernünftige Idee, meint die Redaktion von PolarNEWS

Zodiacfahrt-Antarktis
Bei Touristen beliebt: Zodiacfahrten durch die Eiswelt