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Kleinere Schiffe, weniger Touristen. Die 26 Vollmitglieder des Antarktisvertrages wollen den Tourismus in der Antarktis begrenzen. Mit dieser Massnahme solle das gefährdete Ökosystem der Südpol-Region geschützt werden.

Kreuzfahrtschiffe in der Region um den Südpol sollen künftig höchstens 500 Passagiere aufnehmen. Zu keiner Zeit sollen sich mehr als 100 Touristen an Land befinden. Dies beschlossen die Vollmitglieder einstimmig am 17. April 2009 in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) zum Abschluss einer Konferenz zum 50-jährigen Bestehen des Antarktis-Vertrages. Allerdings sind die Beschlüsse zunächst nicht bindend, sondern müssen von den einzelnen Ländern ratifiziert werden.
Zu den Vollmitgliedern des Antarktis-Vertrages zählen neben den USA, Deutschland, Russland, China und Japan auch zahlreiche andere europäische und lateinamerikanische Länder.

Hafen-Ushuaia
Kreuzfahrtschiffe vor dem Start in die Antarktis im Hafen von Ushuaia

Der Tourismus zum Südpol stieg in den vergangenen Jahren rasant an. Noch in der Saison 1992/93 fanden lediglich 6512 Touristen den Weg in die Antarktis. In der Saison 2008/09 (November – März) werden mehr als 34 000 Touristen erwartet. Allerdings könnte die derzeitige Wirtschaftslage regulierend auf den Tourismus einwirken. Einzelne Reedereien beabsichtigen wegen der fehlenden Buchungen Kapazitäten zurückzunehmen.

Umweltschützer begrüssten die Initiative. «Die Antarktis zu besuchen, sollte ein Privileg sein, es handelt sich nicht um ein Recht», sagte Gerald Leape von der amerikanischen Pew- Umweltschutzgruppe. Vor allem auch die USA hatten sich für konkrete Beschlüsse eingesetzt. «Eine Verschärfung der Umweltregularien ist vor allem wichtig angesichts des wachsenden Tourismus in der Antarktis», hatte Aussenministerin Hillary Clinton zur Eröffnung der Konferenz unterstrichen.

Der Antarktisvertrag ist eine internationale Übereinkunft, die festlegt, dass die unbewohnte Antarktis zwischen 60 und 90 Grad südlicher Breite ausschliesslich friedlicher Nutzung, besonders der wissenschaftlichen Forschung, vorbehalten bleibt. Der Vertrag trat 1961 in Kraft. Er endete zunächst 1991, wurde jedoch bis zum Jahr 2041 verlängert.