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Trotz heftigen internationaler Proteste werden immer noch Wale erlegt und ihr Fleisch gegessen. Umweltschützer berichten dass in der vermeintlichen Delikatesse Quecksilber, Chlorverbindungen und andere Umweltgifte stecken. Ob diese Erkenntnis dem Wale in Zukunft das Überleben sichert?


Wale und Delfine - schwimmende Giftcocktails

dolphin-meatDelfine und einige Walarten stehen am Ende einer langen Nahrungskette und reichern über ihr langes Leben hohe Giftstoffmengen an. Das Fleisch von Walen ist nach einem Report der Schutzorganisation Pro Wildlife oft zu giftig zum verspeisen. Die nationalen Grenzwerte für Quecksilber, die krebserregenden Chlorverbindungen PCB oder das Insektengift DDT würden zum Teil 5000-fach überschritten, berichtete die Pro Wildlife Sprecherin Sandra Altherr.

geraeuchertes-WalfleischDer Report soll auf der Jahrestagung vom 22. bis 26. Juni 2009 der Internationalen Walfangkommission (IWC) auf Madeira vorgestellt werden. Laut der Untersuchung leiden Volksgruppen, die Wal- und Delfinfleisch essen, häufiger an Gedächtnisstörungen, der Schüttellähmung Parkinson und Immunschwächen. Die Inuit in Grönland, Kanada und Alaska sind besonders betroffen, aber auch die Bevölkerung von Industriestaaten wie Japan oder auf den Färöer-Inseln seien gefährdet. In der Zwischenzeit haben die Gesundheitsbehörden der Färöer die Gefahr erkannt und warnen vor dem Verzehr von Walfleisch. In Grönland und Kanada schweigen die Behörden noch, angeblich aus kulturellen Gründen.

Delphin-im-Supermarkt

Bei den meisten Ureinwohnern, aber auch in Japan werden Wal- und Delfinprodukte teilweise roh verzehrt – die Konsumenten riskieren die bakterielle Erkrankung Brucellose. «Fast 40 Prozent des Zwergwal-Fleisches aus dem japanischen Walfang im Nordpazifik sind Brucella verseucht. Der Regierung in Tokio ist dies bekannt. Trotzdem wird das Fleisch verkauft», kritisiert die Biologin Altherr. In Japan werde Walfleisch sogar als Schulnahrung serviert, obwohl die Gesundheitsgefahren den Behörden bekannt sind.

Delfine-Faroe-Island
Geschlachtete Weissseitendelfine auf den Färöern.

Pro Wildlife