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Der Tsunami, der Japan im 11. März 2011 heimsuchte, hat auch in der Antarktis seine Spuren hinterlassen. Auf Satellitenbildern haben Forscher der Weltraumbehörden NASA und Esa die Spuren des Naturereignisses nachweisen können. Betroffen war der Sulzberger - Ice Shelf in der Ross Sea.

Eisberge - Sulzberger Eisschelf
Auswirkungen des Tsunami bis in die Antarktis. Eisberge lösten sich nach dem Aufprall der Welle.

Die Riesenwellen rasten mehr als 13.000 Kilometer durch den Pazifik und trafen schliesslich im Süden das Sulzberger Ice Shelf. 18 Stunden habe die Welle von Japan bis in die Ross Sea benötigt, berichten die Forscher. Als sie die auf dem Meer aufliegende Eisplatte erreichte sei die Welle kaum noch höher als 30 Zentimeter gewesen, doch ihre Intensität löste einen derartigen Gesamtdruck aus, dass das Eis dem nicht standhalten konnte. Der Tsunami liess zwei Eisberge von etwa sechs mal zehn Kilometern Grösse und 80 Meter dicke abbrechen, dazu zahlreiche kleinere Brocken. Der Vergleich mit historischen Satellitenaufnahmen ergab, dass das Schelfeis an dieser Stelle 46 Jahre lang nahezu unverändert geblieben war. Nach Ansicht der Glaziologen könnte das normalerweise vor dem Schelf liegende Meereis dieses geschützt haben. Dadurch habe vermutlich auch der Tsunami im Dezember 2004 keine grösseren Auswirkungen auf das antarktische Eis gehabt. Im März 2011 habe es dagegen kaum Meereis in dieser Region gegeben.

Sulzberger Ice Shelf
Das Sulzberger Ice Shelf liegt in der Westantarktis und der Ross Sea.

Entdeckt wurden die Eisberge auf Satellitenbilder der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA), welche der ESA-Umweltsatelliten Envisat über der Antarktis aufgenommen hat. Anhand dieser Bilder haben Forscher der Weltraumbehörden NASA und Esa die Spuren des Naturereignisses nachweisen können. Wissenschaftler haben zwischen Erdbeben und dem Abbrechen von Eis schon lange Zusammenhänge gesehen. Erstmals konnte dies nun nachgewiesen werden.

ENVISAT
Der ESA-Umweltsatelliten brachte erstmals den Beweis, dass Tsunamis auch für den Abbruch von Eisbergen verantwortlich sein können.

Gestartet wurde der 8 Tonnen schwere Umweltsatellit Envisat am 1. März 2002 in Kourou. Er besitzt zehn leistungsstarke Instrumente, die wertvolle Informationen über unsere Umwelt sammeln. Noch nie wurden vorher so umfassende Beobachtungen unseres Planeten aus dem All gemachen. Envisat umkreist die Erde über die Pole in einer Höhe von 767 Kilometer, die Umlaufzeit beträgt 100,6 Minuten. Der Satellit sollte ursprünglich bis 2007 im Dienst stehen. Auf Grund der zuverlässigen Arbeit und der erkenntnisreichen Daten, wird die Mission zunächst bis 2013 weitergeführt. Der Envisat - Satellit sammelt täglich Radarbilder der Antarktis, die über die MIRAVI-Website der ESA zur freien Verfügung stehen.