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Klimaveränderungen sind natürliche Ereignisse, die im Laufe der Erdgeschichte immer wieder aufgetaucht sind. Es ist jedoch noch umstritten, ob Veränderungen auf der einen Seite des Globus auch auf der anderen Seite zu spüren sind. Wissenschaftler nutzen nun Ikait-Kristalle, eine Kalkform, um Hinweise zu finden, ob Vergleiche von Veränderungen in Grönland und der Antarktis möglich sind.

Ikait-Kristalle unterschiedlicher Form und Grösse, unter dem Binokular fotografiert
Ikait-Kristalle unterschiedlicher Form und Grösse, unter dem Binokular fotografiert

Es ist nichts Neues, dass Klimaforscher sich auf Daten aus der Vergangenheit beziehen, um die heutigen Klimabedingungen besser zu erklären. Damit soll die kontroverse Frage, ob die Veränderungen natürlichen Ursprungs sind oder menschlich beeinflusst wurden. Eine grundlegende Problematik ergibt sich jedoch aus der Frage, ob Veränderungen auf der Nordhemisphäre überhaupt auf der südlichen Erdhalbkugel gemessen werden können und umgekehrt. Denn sollte diese Frage beantwortet werden können, würde eines der Gegenargumente der Skeptiker entkräftet. Dazu benötigt man jedoch etwas, um die beiden Systeme miteinander vergleichen zu können.

Die Forscher des AWI entdeckten die Kristalle auf zwei Antarktis-Expeditionen in den Jahren 2006 und 2007. Meereisprobennahme auf dem Festeis vor der Französischen Station Dumont D'Urville in der Antarktis.
Die Forscher des AWI entdeckten die Kristalle auf zwei Antarktis-Expeditionen in den Jahren 2006 und 2007. Meereisprobennahme auf dem Festeis vor der Französischen Station Dumont D'Urville in der Antarktis.

Ikaitkristalle: Die modernen Kristallkugeln

Ein Forscherteam unter der Leitung von Zunli Lu von der Universität Syracuse, USA, hat Ikait-Kristalle aus Sedimentkernen, die aus Bohrungen nahe der antarktischen Küste stammen, untersucht. Ikait ist eine Form von Kalk, die sich im Meer in der Tiefe und unter kalten Bedingungen bilden und dabei von Wasser umgeben werden, welches die kristalline Struktur zusammenhält. Wenn sich in Kaltperioden Eis bildet, werden im Tiefenwasser vermehrt schwere Sauerstoffisoptope (Sauerstoff 18) angereichert. Während der wärmeren Zeiträume, wenn das Eis an Land wieder schmilzt und sich das Schmelzwasser mit dem Meereswasser vermischt, wird mehr Sauerstoff 16, ein anderes Isotop, in das Tiefenwasser gemischt. Die Forscher um Zunli Lu haben nun das Mischungsverhältnis dieser beiden Isoptope sowohl im Wassermantel und in den Ikaitkristallen untersucht. Die untersuchten Sedimente deckten dabei eine Zeitspanne von rund 2'000 Jahren ab und die Forscher verglichen diese Daten mit solchen aus Grönland und den Klimabedingungen, die dort damals herrschten und gesichert vorliegen.

Auch das AWI ist an der Suche nach Ikait Dr. Gerhard Dieckmann und seine wissenschaftliche Hilfskraft Michael Fischer bei der Meereisprobennahme.
Auch das AWI ist an der Suche nach Ikait Dr. Gerhard Dieckmann und seine wissenschaftliche Hilfskraft Michael Fischer bei der Meereisprobennahme.

Der Norden beeinflusst den Süden

Die Wissenschaftler fanden einen direkten Zusammenhang zwischen den Auf- und Abbau von Sauerstoff 18 und den Wärme- und Kälteperioden in Nordeuropa. Die Ergebnisse dieser Studie wurden nun in der Zeitschrift «Earth and Planetary Science Letter» publiziert. «Wir konnten damit klar zeigen, dass nordeuropäische Klimaereignisse das Klima in der Antarktis beinflussten», sagt Zunli Lu. «Vor allem sind wir glücklich darüber, herausgefunden zu haben, wie wir aus diesem speziellen Material ein Klima-relevantes Signal erhalten können. Denn neue Indikatoren sind immer willkommen wenn man die vergangenen Klimaveränderungen untersuchen will».

Quelle: www.rxpgnews.com