Wanderalbatrosse sind in vielen Dingen bemerkenswerte Vögel. Sie sind die grössten Seevögel der Welt, werden bis zu 65 Jahre alt und bleiben ein Leben lang als Paar zusammen. Sie brüten auf den subantarktischen Inseln entlang der antarktischen Konvergenzzone. Nun hat eine neue Studie über Wanderalbatrosse auf Südgeorgien eine weitere Überraschung geliefert: Die Tiere sind nicht weniger erfolgreich in der Nahrungssuche mit zunehmenden Alter. Die Studie, die in der Fachzeitschrift PLoS ONE erschienen ist, zeigt, dass die Gebrechen, die mit hohem Alter kommen, die Tiere offensichtlich ihre Nahrungssuche nicht beeinträchtigen.

Wanderalbatrosse sind die grössten Seevögel der Welt mit einer Spannweite von fast 3.5 Meter. Auf ihrer Nahrungssuche legen sie bis zu 1‘000 Kilometer zurück. Foto: Michael Wenger
Wanderalbatrosse sind die grössten Seevögel der Welt mit einer Spannweite von fast 3.5 Meter. Auf ihrer Nahrungssuche legen sie bis zu 1‘000 Kilometer zurück. Foto: Michael Wenger

Der Wanderalbatros (Diomedea exulans) wir über 50 Jahre alt und gehört somit zu den langlebigsten Vogelarten weltweit. Doch ihr Bruterfolg nimmt mit bereits früh ab und bisher dachten Wissenschaftler, dass dies mit einer graduellen Abnahme Fähigkeit zur Nahrungssuche zusammenhängt. Dies scheint jedoch für die Vögel nicht der Fall zu sein. Die Forscher der British Antarctic Survey (BAS) und der Universität Edinburgh verfolgten Seevögel verschiedenen Alters mit Hilfe von GPS und kleinen Datensammlern an ihren Beinen, die registrierten, wann und wie oft die Tiere landeten, um Beute zu fangen. Was die Forscher herausfanden, war, dass die meisten Altvögel genauso weit flogen und auch landeten wie die jüngeren Tiere und daher nicht durch ihr Alter beeinträchtigt worden waren. 

Wanderalbatrosse sind sehr langlebige Vögel. Der Rekord liegt für ein Weibchen bei 63 Jahren. Wenn einmal gefunden, bleiben die Paare ein Leben lang zusammen.
Wanderalbatrosse sind sehr langlebige Vögel. Der Rekord liegt für ein Weibchen bei 63 Jahren. Wenn einmal gefunden, bleiben die Paare ein Leben lang zusammen.

Der Seevogelspezialist Dr Richard Phillips vom BAS erklärt: «Diese Arbeit ist wirklich interessant, denn wir konnten keine Korrelation zwischen dem schlechteren Bruterfolg älterer Vögel und ihrer Fähigkeit, Nahrung zu suchen, finden. Dies steht im Gegensatz zu Forschungsergebnissen an Wanderalbatrossen im Indischen Ozean, bei denen es eine Verbindung zu geben scheint und bei denen die älteren Tiere zum zu fressen eher in Richtung antarktische Gewässer fliegen, als die jüngeren Vögel. Was wir nun herausfinden müssen, ist, was das Leben auf Südgeorgien so anders macht, um diese Unterschiede zu erklären.»

Wanderalbatrosse sind durch Langleinenfischerei bedroht, denn ihre Nahrungssuche bringt sie in Gebiete, in denen auch Menschen nach Nahrung suchen.
Wanderalbatrosse sind durch Langleinenfischerei bedroht, denn ihre Nahrungssuche bringt sie in Gebiete, in denen auch Menschen nach Nahrung suchen.

Quelle: British Antarctic Survey