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Die von Roald Amundsen geleitete «Fram-Expedition» war eine norwegische Antarktisexpedition mit dem Ziel im Wettlauf mit dem Briten Robert Falcon Scott als erster den Südpol zu erreichen. Die «Fram» war vorgängig bereits zweimal in der Arktis und galt als zuverlässiges und für diesen Zweck bestens geeignetes Schiff.

Die Expedition sollte zunächst in die arktischen Gewässer führen, um den Nordpol zu erreichen. Als Amundsen jedoch im Herbst 1909 erfuhr, dass sowohl Frederick Cook als auch Robert Edwin Peary beanspruchten, den Nordpol erreicht zu haben, änderte Amundsen seinen Plan. Als Erster den Südpol zu erreichen versprach mehr Ehre für den Expeditionsleiter und sein Land. Zudem war die Finanzierung für eine Nordpolexpedition nach dieser Meldung äusserst schwierig und die Eroberung des Südpols für Investoren eine neue Herausforderung.

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Die «Fram» wurde 1892 als ein Schiff gebaut, das dem arktischen Packeis widerstehen konnte. Der dreimastige Schoner hatte sich bereits mehrfach bewährt. Fridtjof Nansen und Otto Sverdrup hatten das Schiff auf ihren Arktisexpeditionen genutzt.

Vorbereitungsarbeiten

Die «Fram» lag seit der Beendigung der Änderungen und Reparaturen im Mai 1910 in Christiania vor Anker, um bis Anfang Juni beladen zu werden. Am 3. Juni 1910 stach man in See. Das erste Ziel war Amundsens Haus, um die Fertigteilhütte einzuladen. Am 7. Juni lichtete die «Fram» erneut die Anker. Bevor sie endgültig in Richtung Antarktis aufbrach, sollte sie zuvor eine Fahrt um die britischen Inseln herum und dann zurück nach Norwegen unternehmen. Der angekündete Zweck war, ozeanografische Untersuchungen vorzunehmen, es sollten jedoch eher Motor und Mannschaft der «Fram» geprüft werden. Die geplante Route musste wegen des schlechten Wetters und einer Motorpanne erheblich gekürzt werden. Am 10. Juli lief man Bergen an, von wo aus man nach Kristiansand weiterfuhr. Hier wurden die letzten Güter wie Schlitten und Skier verladen, ausserdem 97 Grönlandhunde. Jetzt wurden auch die Oberleutnants Gjertsen und Prestrud in den Plan, nach Süden zu fahren, eingeweiht. Sie zeigten sich begeistert.

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Die Mannschaft der «Fram» unterwegs in die Antarktis.

Von Norwegen in die Antarktis

Am 9. August 1910 waren alle nötigen Vorbereitungen getroffen und die «Fram» brach nach Madeira auf. In Johansens Tagebuch war zu lesen, dass auf der Fahrt bald schlechte Stimmung aufkam, da die Mannschaft spürte, dass die Offiziere ihr etwas verheimlichten, und es auch um die Kameradschaft unter den Männern nicht sehr gut stand.

In Madeira, welches das Schiff am 6. September 1910 erreichte, wurden die Vorräte ergänzt, namentlich der Vorrat an Frischwasser aufgefüllt. Amundsens Bruder Leon kam an Bord, um die letzten Nachrichten an die Aussenwelt entgegenzunehmen, darunter auch Mitteilungen an Nansen, den König von Norwegen, Haakon VII., sowie verschiedene Geldgeber und ein Telegramm an Scott, das Leon am 3. Oktober in Christiania aufgab und das Scott am 12. Oktober erreichte, als er in Melbourne vom Schiff ging. Anfang Oktober ging Leon zudem mit Amundsens Planänderung an die Öffentlichkeit. Am 9. September war alles für die Abfahrt bereit, und die Mannschaft versammelte sich auf Deck, wo Amundsen sie über seine Pläne informierte und jeden Mann einzeln um weitere Unterstützung bat – er erntete einstimmige Zustimmung. Gegen Abend brach man in Richtung Süden auf. Mit dem Ende der Ungewissheit besserte sich auch die Stimmung an Bord.

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Am 14. Januar 2011 erreicht die «Fram» die Antarktis.

Der nächste Halt sollte eine norwegische Walfangstation auf den Kerguelen im indischen Ozean sein, doch aufgrund des schlechten Wetters Ende November konnte die «Fram» sich den Inseln nicht nähern. Ansonsten verlief die Fahrt ereignislos. Die Männer studierten alle Bücher über vorhergegangene Antarktisexpeditionen, die sie in der durch Geschenke gut ausgestatteten Bordbibliothek finden konnten. Am 1. Dezember 1910 gab Amundsen die Mitglieder der Landungsmannschaft bekannt – Prestrud, Johansen, Hanssen, Hassel, Wisting, Bjaaland, Stubberud und Lindstrøm sollten ihn begleiten. Am 1. Januar 1911 kam der erste Eisberg in Sicht, am darauf folgenden Tag erreichte die Expedition den Drifteisgürtel, der sich um die Antarktis zieht. Dank den Auswertungen vergangenen Expeditionen durchquerte die «Fram» diesen innert 3 Tagen. Am 11. Januar wurde das Ross Ice Shelf gesichtet und nur drei Tage später wurde die «Bay of Whales» erreicht.

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Framheim war der Ausgangspunkt zur Eroberung des Südpols durch Amundsen

Fortsetzung folgt ...