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  • Brand auf chilenischer Antarktis-Station

    Ein Feuer auf der chilenischen Marine-Basis auf King George Island (Südshetland-Inseln, Antarktis) hat in der Nacht auf Donnerstag mehrere Gebäude zerstört. Die 10 dort stationierten Angehörigen der chilenischen Marine wurden nicht verletzt und wurden evakuiert. Das Feuer brach mitten in der Nacht im alten Teil der Station aus. Angefacht durch starke Winde, sprangen die Flammen schon bald auch auf die neueren Gebäude aus dem Jahr 2009 über. Löschversuche wurden durch die Feuerwehr des nahegelegenen Flugplatzes Teniente Marsh unterstützt, doch mit wenig Erfolg. Bei Mporgengrauen konnte das Feuer zwar gelöscht werden, doch nur noch rauchende Ruinen blieben übrig. Die Ursache des Feuer und die Höhe des Schadens werden zurzeit untersucht. Der Flug- und Schiffsbetrieb werden weitergeführt.

In den letzten Monaten haben Wissenschaftler mindesten zehn bisher unbekannte Kaiserpinguin-Kolonien entdeckt. Dies gelang anhand von Satellitenaufnahmen, wie Peter Fretwell vom British Antarctic Survey (BAS) berichtete.

Die meisste Zeit ihres Lebens verbringen Pinguine im Wasser. Zur Brut und Aufzucht ihres Nachwuchses kehren sie jedoch an Land zurück. Da die Kaiserpinguine auf weissem Polareis des Antarktischen Festlandes  brüten und dabei Spuren in Form von Kot hinterlassen, konnten anhand von Satellitenaufnahmen insgesamt 38 Brutkolonien ermittelt werden. 10 Kolonien waren bis anhin unbekannt. Auf den Fotos waren wegen der zu geringen Auflösung nicht die Pinguine, sondern ihre Hinterlassenschaften in Form einer rot-braunen Verfärbung des Eises zu erkennen. «In der Brutzeit bleiben die Pinguine acht Monate lang in der Kolonie, da wird das Eis schon ziemlich schmutzig», sagt Peter Fretwell. Der Kaiserpinguin ist der grösste der 17 Pinguinarten. Er kann bis 1,30 Meter gross werden und bis zu 45 Kilo wiegen.

Kotspuren-der-Pinguine

Lebensraum der Kaiserpinguine

Der Kaiserpinguin lebt und brütet ausschliesslich am Rand der Antarktis zwischen dem 66. und 78. Breitengrad. In ihrer «ozeanischen Phase» wandern Kaiserpinguine im Bereich des Packeisgürtels. Beim Fischfang können sie unter dem Eis bis zu 450 Meter tief tauchen und mehr als eine Viertelstunde unter Wasser bleiben.

Kaiserpinguine-im-Nebel

Brutverhalten

Im Alter von 3-6 Jahren pflanzen sich Kaiserpinguine erstmals fort. Es gehört zu den ausgefallensten Kuriositäten der Natur, dass die Kaiserpinguine nicht nur im kältesten Gebiet der Erde, nämlich in der Antarktis, brüten, sondern dies auch noch im Winter statt im Sommer tun. Anfang April wandern die Kaiserpinguine landeinwärts, nachdem sie sich noch unter dem Packeis tauchend satt gefressen haben. Nun beginnt die Paarungszeit und im Mai-Juni, mitten im antarktischen Winter, beginnen sie mit der Brut. Das Kaiserpinguinweibchen legt nur ein weisses Ei, das ca. 450 gr. wiegt. Nach der Ablage übergibt das Weibchen ihr Ei dem Männchen. Die Weibchen verlassen nun die Brutkolonie und kehren ins Meer zurück, um sich für die Ablösung bei der Brutpflege genügend Speck anzulegen und die erste Mahlzeit für die Jungen zu sammeln. Die grossen Distanzen werden meistens auf dem Bauch rutschend zurückgelegt. Der Weg zum Meer kann zu diesem Zeitpunkt mehrere hundert Kilometer betragen.

Junger-Kaiserpinguin

Während sich die Weibchen mit der Futtersuche beschäftigen brüten die Männchen das Ei in ihrer Bauchfalte, um vor der Kälte zu schützen, aus. Die Kolonie der brütenden Männchen kann von einigen Dutzend bis zu einigen tausend Tiere zählen. Die Kaiserpinguinmännchen verlieren in der zweimonatigen Brut-, bzw. Hungerphase bis zur Hälfte ihres Körpergewichtes. Um sich warm zu halten drängen sich die Tiere in der Brutkolonie eng aneinander und wechseln regelmässig ihre Position, so dass jedes Tier mal am Rand und mal im wärmeren Inneren der Kolonie steht. Es herrscht Polarnacht, die höchstens von etwas Polarlicht aufgehellt wird. Die Temperatur beträgt minus 60-70 Grad Celsius, teilweise fegen fürchterliche Schneestürme über das Eis. Nach mehr als zwei Monaten, genauer nach 64 Tagen, schlüpft das Junge und wird vom Vater fürs erste mit einem ausgewürgten Kropfsekret ernährt. Nun kehrt endlich auch die Mutter zurück, die den langen Landweg zum dritten mal zurückgelegt hat. Die wohlgenährte Mutter, sie hat ca. 3 kg vorverdauten Fisch im Magen, kann das Junge zwei bis drei Wochen lang füttern. Der Vater wandert inzwischen seinerseits mit all den übrigen abgemagerten Männchen zum Meer, um zur Jagd unter dem Packeis zu tauchen.

Panorama_Kaiserpinguine

Jetzt beginnt die Zeit der gemeinsamen Fütterung. Während das eine Elterntier jagt, ist das andere mit dem füttern des Jungen beschäftigt oder auf dem Weg dorthin. So wandert jedes Elterntier ca. 8-mal zum Meer und zurück, sodass das Küken ungefähr 16-mal gefüttert wird. Die Fütterung erfolgt in mehreren Etappen, verteilt auf 2-3 Tage. Im Alter von 5-7 Wochen beginnen sich die Küken im so genannten Kindergarten zu sammeln. Alle Küken stehen dicht beisammen, um sich vor Kälte und Sturm zu schützen. Durch den langen Weg der Eltern zum Meer und zurück können zwischen den einzelnen Fütterungen schon mal 3-4 Tage vergehen. Jetzt zeigt sich der Vorteil ihrer Brutstrategie. Es wird Sommer (November-Januar), das Eis ist aufgebrochen und jetzt wo die Küken viel Nahrung brauchen ist der Weg zum Meer nicht mehr so weit.

Nach etwa sechs Monaten, im Januar, verlassen die jugendlichen Kaiser nach der Mauser die Kolonie, um nach 3-6 Jahren an ihren Geburtsort zurückzukehren um das erste Mal selbst zu brüten.

Die Kaiserpinguine schaffen es mit diesem Rhythmus jedes Jahr zu brüten. Die nächsten Verwandten, die Königspinguine haben nur zwei Brutphasen in drei Jahren.

Kaiserpinguine-im-Sturm

Energiespar-Weltmeister

Die Pinguine haben in ihrer Unterhaut eine dicke Fettschicht, den Blubber, durch den der Wärmeverlust auf ein Minimum reduziert wird. Was das bedeutet, wird am Beispiel der Kaiserpinguine klar. Wenn sie während des antarktischen Winters brüten, herrschen bei stürmischen Winden Temperaturen von minus 60 Grad Celsius. Aber in ihrem Körper können die Pinguine plus 39 Grad Celsius aufrechterhalten. Der Temperaturunterschied zwischen innen und aussen beträgt also sage und schreibe 100 Grad Celsius. Pinguine sind wahre Energiespar-Weltmeister!