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  • Brand auf chilenischer Antarktis-Station

    Ein Feuer auf der chilenischen Marine-Basis auf King George Island (Südshetland-Inseln, Antarktis) hat in der Nacht auf Donnerstag mehrere Gebäude zerstört. Die 10 dort stationierten Angehörigen der chilenischen Marine wurden nicht verletzt und wurden evakuiert. Das Feuer brach mitten in der Nacht im alten Teil der Station aus. Angefacht durch starke Winde, sprangen die Flammen schon bald auch auf die neueren Gebäude aus dem Jahr 2009 über. Löschversuche wurden durch die Feuerwehr des nahegelegenen Flugplatzes Teniente Marsh unterstützt, doch mit wenig Erfolg. Bei Mporgengrauen konnte das Feuer zwar gelöscht werden, doch nur noch rauchende Ruinen blieben übrig. Die Ursache des Feuer und die Höhe des Schadens werden zurzeit untersucht. Der Flug- und Schiffsbetrieb werden weitergeführt.

Am 15. Juli 2010 wurde das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft dreissig Jahre alt. Mit seiner innovativen Wissenschaft und exzellenten Forschungsinfrastruktur hat sich das Alfred-Wegener-Institut (AWI) zu einem der weltweit führenden und international anerkannten Zentren für Klimaforschung in beiden Polarregionen und den Meeren entwickelt.

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Der Neubau des Alfred-Wegener-Instituts am Handelshafen im Süden Bremerhavens.

Da die Polargebiete eine zentrale Rolle im globalen Klimageschehen spielen, trägt ihre Erforschung entscheidend dazu bei, die komplexen Zusammenhänge im System «Erde» aufzudecken: «Im Mittelpunkt unserer Forschung steht das Ziel, die treibenden Kräfte und Prozesse im Klimageschehen zu entschlüsseln», sagt Prof. Dr. Karin Lochte, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts. «Unsere Ergebnisse liefern zentrale Mosaiksteine, um das komplexe globale Gesamtbild zu verstehen.» Ein Gesamtbild, das dringend benötigt wird, um angemessene und wissensbasierte politische Entscheidungen für Zukunftsfragen der Menschheit zu treffen.

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Prof. Dr. Karin Lochte, Direktorin des AWI

Spitzenforschung zum Meereis, den Polarmeeren und ihren Ökosystemen, der Nordsee, dem Wattenmeer, den Eisschilden Grönlands und der Antarktis, der polaren Atmosphäre, den Dauerfrostgebieten, der Klimageschichte und der Vergangenheit unserer Erde zeichnet das Alfred-Wegener-Institut aus. Charakteristisch sind ausserdem seine starke internationale Vernetzung und die breite wissenschaftliche Expertise. Um anstehende Fragen zu lösen, arbeiten Bio-, Geo- und Klimawissenschaften eng zusammen. Die Feldforschung unter extremen Bedingungen gehört ebenso zum Alltag wie Arbeit in modernen Laboren, mit leistungsfähigen Grossrechnern und Methoden der Fernerkundung.

Weil die Polar- und Meeresforschung immer auch eine logistische Herausforderung ist, verfügt das AWI über eine exzellente Infrastruktur, die sie der nationalen und internationalen Wissenschaft zur Verfügung stellt, darunter Forschungsschiffe wie die «Polarstern» und die «Heincke», saisonal oder ganzjährig besetzte Forschungsstationen wie die «Neumayer-Station III» in der Antarktis und die deutsch-französische Forschungsbasis «AWIPEV» auf Spitzbergen, wissenschaftliche Observatorien, innovative Messsysteme und das Polarflugzeug «Polar 5».

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Das Alfred-Wegener-Institut ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der grössten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesforschungsministerium finanziert. Das Land Bremen ist mit acht Prozent beteiligt, die Länder Brandenburg und Schleswig-Holstein mit je einem Prozent. Neben dem Hauptsitz in Bremerhaven gehören die Forschungsstelle Potsdam, die Biologische Anstalt Helgoland und die Wattenmeerstation Sylt zum Forschungszentrum. Es hat einen Etat von rund 120 Mio € und 920 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

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Am 15. Juli 1980 verkündete der Bremer Senat das von der Bürgerschaft (Landtag) beschlossene Gesetz zur Errichtung einer Stiftung des öffentlichen Rechts «Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung». 1986 schloss sich das AWI mit dem Institut für Meeresforschung in Bremerhaven zusammen, erweiterte seine Arbeitsschwerpunkte um ergänzende Untersuchungen in anderen Meeresgebieten und änderte seinen Namen in Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Die Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts hat 1992 ihre Arbeit aufgenommen. Sie hat die Polarforschung der DDR und ihrer Langfristprogramme sehr erfolgreich zu internationaler Spitzenforschung weiterentwickelt. 1998 wurde die Biologische Anstalt Helgoland (BAH) in die Stiftung aufgenommen. Das langjährige Know-how in der Erforschung von Randmeeren wie der Nordsee und dicht besiedelten, ökonomisch wichtigen Küstenzonen ergänzte das Forschungsprofil des AWI hervorragend und führte zu Synergieeffekten, die die Stellung der deutschen Meeresforschung im internationalen Wettbewerb verbessert haben.

Quelle: AWI, Bremerhaven

Website: www.awi.de