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  • Brand auf chilenischer Antarktis-Station

    Ein Feuer auf der chilenischen Marine-Basis auf King George Island (Südshetland-Inseln, Antarktis) hat in der Nacht auf Donnerstag mehrere Gebäude zerstört. Die 10 dort stationierten Angehörigen der chilenischen Marine wurden nicht verletzt und wurden evakuiert. Das Feuer brach mitten in der Nacht im alten Teil der Station aus. Angefacht durch starke Winde, sprangen die Flammen schon bald auch auf die neueren Gebäude aus dem Jahr 2009 über. Löschversuche wurden durch die Feuerwehr des nahegelegenen Flugplatzes Teniente Marsh unterstützt, doch mit wenig Erfolg. Bei Mporgengrauen konnte das Feuer zwar gelöscht werden, doch nur noch rauchende Ruinen blieben übrig. Die Ursache des Feuer und die Höhe des Schadens werden zurzeit untersucht. Der Flug- und Schiffsbetrieb werden weitergeführt.

Nicht ohne meinen Partner: Bei Kaiserpinguinen stimmen Paare ihr individuelles Verhalten offenbar aufeinander ab. So schaffen sie es, sich selbst im dichten Gedränge einer Pinguinkolonie nicht zu verlieren.

Man kann leicht die Übersicht verlieren: In einer Kolonie von Kaiserpinguinen herrscht für gewöhnlich ein dichtes Gedränge. Doch die Tiere haben offenbar einen Trick entwickelt, um sich inmitten von allem Geschnatter und Gewatschel trotzdem nicht zu verlieren. Das haben französische Forscher bei der Überwachung von vier balzenden Kaiserpinguinpaaren in der Antarktis entdeckt.

Kaiserpinguine-Sturm

Weil die Tiere ständig in Bewegung sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, vom Partner getrennt zu werden. Im Fachmagazin «Proceedings of the Royal Society B» berichtet ein Forscherteam um André Ancel von der nationalen französischen Forschungsorganisation CNRS in Strassburg, dass die beiden Partner nahezu synchron zwischen dem warmen Inneren der Kolonie und den kälteren Aussenbereichen hin und herwechseln. Lediglich in seltenen Fällen habe sich eines der Tiere ohne den Partner an andere Artgenossen gedrängt, um sich aufzuwärmen.
Kaiserpinguine sind bekannt für ihre langen Wanderungen zwischen Brut- und Nahrungsplätzen. Einer breiten Öffentlichkeit wurden sie durch den Dokumentarfilm «Die Reise der Pinguine» des französischen Antarktisforschers Luc Jacquet bekannt. Erst vor wenigen Wochen hatten Forscher davor gewarnt, dass der Klimawandel die Tiere akut bedroht.
Im Gegensatz zur überwiegenden Mehrheit der Vögel gibt es bei Kaiserpinguinen keine abgegrenzten Territorien oder definierten Nistplätze, die von einem einzelnen Tier oder einem Paar beansprucht werden. Stattdessen leben die Vögel in grossen Kolonien, in denen sie sich immer wieder in kleineren Gruppen möglichst eng aneinander drängen, um den Verlust an Körperwärme gering zu halten.

Kaiserpinguine-Kolonie


Ständige Bewegung in den «Huddles»

Im Inneren dieser «Huddles» genannten Gruppen herrschen auf diese Weise trotz der eisigen Kälte nicht selten Plusgrade. Dieser Lebensstil, insbesondere das fortwährende Formieren und Auflösen der «Huddles», hat allerdings einen Nachteil, der vor allem während der Paarungszeit ins Gewicht fällt. Weil die Tiere ständig in Bewegung sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, vom Partner getrennt zu werden - ein Umstand, der dadurch verschärft wird, dass männliche Kaiserpinguine nach der Paarung bis zu Eiablage verstummen. So wollen sie verhindern, ins Visier einsamer fremder Weibchen zu geraten, die sie durch Balzversuche von der Brut weglocken könnten.
Die Tiere scheinen das Problem des Wiederfindens jedoch dadurch zu umgehen, dass sie ihr Verhalten mit dem ihres Partners synchronisieren. Die französischen Forscher hatten vier Paare einer Kolonie, die nahe der Dumont-d'Urville-Station in der Nähe des Magnetischen Südpols lebten, mit Temperatur- und Helligkeitssensoren ausgestattet und etwa zwei Wochen lang ständig die Daten registriert. Wie die Auswertung zeigte, waren nur extrem selten alle vier Paare gleichzeitig Teil eines «Huddles».
Die beiden Partner eines Paares stimmten ihr Verhalten hingegen in 84 Prozent der Fälle aufeinander ab: Sie betraten und verliessen mit nur wenigen Minuten Abstand die wärmenden Pinguingrüppchen. Zudem blieben sie in den seltenen Fällen, in denen sie alleine Teil einer der wärmenden Gruppen waren, messbar kürzer dort.
Die Ergebnisse liessen darauf schliessen, dass die Partner entweder ständigen Körperkontakt halten oder dass sie den anderen praktisch nicht aus dem Auge lassen, erklären die Forscher. Ob allerdings einer stets dem anderen folge oder ob es sich um eine generellere Synchronisation des Verhaltens handele, können sie noch nicht sagen. Die ungewöhnliche Abstimmung sei jedoch eine effektive Strategie, um gleichzeitig Energie sparen und den Bruterfolg sicherstellen zu können.

Kaiserpinguin-Familie

Quelle: Spiegel Online