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Der amerikanischen Raumsonde «Cassini» sind einzigartige Aufnahmen gelungen. Die Sonde filmte das spektakuläre Himmelsfeuerwerk über dem Nordpol des Saturn. Die Polarlichter auf dem zweitgrössten Planeten sind die grössten in unserem Sonnensystem. Polarlichter sind nicht nur auf der Erde hübsch anzusehen. Im Sonnensystem sind sie durchaus verbreitet und wurden neben dem Saturn auch auf dem Mars und Jupiter schon mehrfach beobachtet.

Um den Nordpol des Riesenplaneten Saturn zeigt sich ein leuchtendes Band, das fortwährend seine Erscheinungsform ändert. In einem eigenartigen 45-Minuten-Rhythmus erlischt es sogar vollständig, um kurz darauf wieder aufzuflammen. Entdeckt wurde es von der Raumsonde «Cassini» der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Die Sonde fotografierte das Phänomen in der Zeit vom 05.10. bis 08.10.2009 im infraroten Licht und übermittelte die Aufnahmen zur Erde.

Cassini-Saturn

Der neu entdeckte Nordlicht-Ring am Saturn verblüffte die Forscher. «Eine Aurora wie diese haben wir noch nirgends gesehen», erklärt Cassini-Projektwissenschaftler Tom Stallard von der University of Leicester in England, wo die Cassinidaten ausgewertet werden. «Es ist nicht nur ein Polarlicht-Ring, wie wir sie von der Erde oder von Jupiter kennen. Diese Aurora erstreckt sich über eine riesige Fläche am Pol. Dabei sagen uns unsere bisherigen Theorien über die Entstehung von Polarlichtern, dass diese Region leer sein sollte». Dass es dennoch eine so helle Aurora gebe, sei eine fantastische Überraschung. Im Infrarotlicht überdeckt sie zeitweise das gesamte Gebiet jenseits des 82. Breitengrads Nord auf Saturn. Über die Entdeckung berichtet Stallard in einer Studie, veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsjournals «Nature». Wie es zu der rätselhaften Leuchterscheinung kommt, können die Forscher noch nicht erklären.

Polarlicht-Saturn

Das Phänomen könnte möglicherweise darauf beruhen, dass die Polarlichter auf den beiden Riesenplaneten durch einen etwas anderen Mechanismus entstehen als auf der Erde. Bei unserem Planeten treffen die aus dem All heranströmenden Teilchen des Sonnenwinds direkt auf die Lufthülle. Dessen Stärke aber schwankt, sodass die Polarlichter nur in Abständen auftreten können. Bei Jupiter und Saturn hingegen werden sie im Verein mit Partikeln, die von den Monden im jeweiligen System ausgeschleudert werden, in den starken Magnetfeldern gefangen, die beide Planeten umgeben. Von dort gelangen die geladenen Teilchen in einem stetigen Strom zu den Polen der Gasriesen, wo sie viele, aber nicht alle der beobachteten Polarlichter erzeugen.

Die herrlichen Farberescheinungen in Grün-, Rot- oder auch Violettönen bei den irdischen Auroras entstehen durch den Sauer- und Stickstoff in den oberen Atmosphärenschichten. Da sie in der Zusammensetzung der Saturnatmosphäre höchstens eine vernachlässigbare Rolle einnehmen, ist die Farbkomposition der Polarlichter des zweitgrössten Planeten des Sonnensystems derzeit noch nicht bekannt.

Saturn-Hubble

Saturn-Aurora