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Präzisere Wettervorhersagen, neue Erkenntnisse zur globalen Erwärmung, Erkundung neuer Öl- und Gasvorkommen - Russland erhofft sich viele Vorteile von seinem geplanten Satelliten-System «Arktika». Das Arktika-System, das aus fünf Satelliten bestehen soll, sei ein „einmaliges Instrument“, das „absolut neue Daten“ zum Klimawandel liefern werde, sagte Alexander Bedrizki, Klima-Beauftragter des russischen Präsidenten, Ende April 2010.

PolarNEWS_20100701_Satelliten-Anordnung
Das Satellitensystem «Arktika» ermöglicht eine genaue Messung der Eisdicke und liefert Daten zur Klimawandel.

Das Projekt ermögliche, die arktische Umwelt rund um die Uhr zu beobachten, sowie die Wassertemperatur und die Eisstärke dort zu messen, erklärte Anatoli Perminow, Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos.
Er verwies auch auf die wirtschaftliche Bedeutung des Projekts: «Der arktische Festlandsockel enthält riesige Öl- und Gasvorräte. Das Arktika-Projekt wird Präzision und Sicherheit bei der Schelf-Erschliessung durch russische und ausländische Unternehmen ermöglichen».
Das Projekt trage auch dazu bei, Passagierflüge über die Arktis regelmässig zu gestalten, so Perminow.
Der Chef der russischen Wetterzentrale, Alexander Frolow, erhofft sich ausserdem präzisere Wettervorhersagen und Lageeinschätzungen bei Notsituationen wie der jüngste Vulkanausbruch auf Island. Da sich dieser Ausbruch auf 60 Grad nördlicher Breite ereignet habe, seien die gegenwärtigen Satelliten-Systeme nicht in der Lage gewesen, die Ausbreitung der Aschewolke in grosser Entfernung vom Vulkan mit erforderlicher Präzision zu verfolgen.
Das russische Raumfahrtunternehmen Lawotschkin soll bereits im laufenden Jahr mit der Umsetzung des Arktika-Projektes beginnen. Zwei Kommunikations- und zwei Wettersatelliten, aber auch ein Radarsatellit für die Eismessungen und Bodenschatz-Erkundung sollen entwickelt und ins All gebracht werden.

PolarNEWS_20100701_Arktika-Satellit

PolarNEWS_20100701_Modell-Arktika-Satellit