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Satellitenaufnahmen haben zum ersten Mal einen direkten Beweis für das Driften von Rauch von arktischen Flächenbränden über den grönländischen Eisschild erbracht. Dieser Rauch überdeckt das Eis mit Russ und lässt es so schneller unter der Sonne schmelzen. Am Treffen der Amerikanischen Geophysikalischen Gesellschaft diese Woche präsentierte ein Forscher der Ohio State Universität Bilder des CALIPSO (Cloud-Aerosol Lidar and Infrared Pathfinder Satellite Observation) – Satelliten, der Rauch von arktischen Bränden über Grönland diesen Sommer 2012 aufgenommen hatte.

Rauchbildung über Grönland ist mitverantwortlich für eine schneller Schmelze des Eisschildes.
Rauchbildung über Grönland ist mitverantwortlich für eine schneller Schmelze des Eisschildes.

Prof. Jason Box
Prof. Jason Box

Jason Box, Geographieprofessor an der Ohio State, sagte, dass Forscher schon lange sich damit befasst haben, wie die die grönländische Landschaft die Qualität der Reflektion (Albedo) mit den steigenden Temperaturen verlieren kann. Die Oberfläche verdunkelt sich, wenn das Eis schmilzt und da dunkle Flächen weniger reflektieren als helle, nimmt die Oberfläche mehr Wärme auf, was wiederum zu stärkerem und längerem Abschmelzen führt, ein Teufelskreis also.

Frühere Messungen hatten bereits einen Verlust von 6 Prozent der Reflexion in Grönland im letzten Jahrzehnt ergeben. Dies ist, nach den Berechnungen von Box, genug, um die gesamte Oberfläche des grönländischen Eisschilds zum Schmelzen zu bringen, wie bereits dieses Jahr beobachtet. Aber Forscher glauben, dass es neben den Schmelzprozessen noch einen weiteren Faktor gibt, der für das Verdunkeln der Eiskappe verantwortlich ist: russ von arktischen Flächenbränden, die wahrscheinlich immer häufiger auftreten werden. „Russ ist ein äusserst starker Lichtabsorber", meint Box. „Er setzt sich auf dem Eis ab und nimmt die Hitze der Sonne auf. Darum haben die zunehmenden Tundrabrände das Potential, das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes zu beschleunigen."

Box wurde durch die letztjährigen Buschbrände in seiner Heimat Colorado angeregt, Tundrabrände und ihre Auswirkungen zu untersuchen. Jene Brände wurden, gemäss Angaben von offiziellen Behörden, teilweise durch die hohen Temperaturen begünstigt.

Satellitenaufnahme eines Tundrabrandes in der North Slope im Norden von Alaska.
Satellitenaufnahme eines Tundrabrandes in der North Slope im Norden von Alaska.

Mehr Brände in der Arktis?

Währenddessen könnten die höheren Temperaturen in der Arktis auch dort mehr Tundrabrände verursachen. Um Beweise für Russablagerungen aus diesen Bränden zu finden, untersuchte Box und sein Team Wärmebilderaufnahmen des Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) der NASA zur Identifizierung von Grossbränden in der Region. Danach benutzten sie Computermodelle, um mögliche Rauchpartikelbahnen zu finden. Die Resultate wiesen darauf hin, dass der Rauch diverser Brände tatsächlich Grönland erreichen konnte. Zum Schluss nutzten sie diese Informationen, um die CALIPSO-Daten zu untersuchen und konnten genau Russ-Aerosole, d.h. Rauchwolken, über Grönland lokalisieren. Da aber der einzige Weg einer soliden Untersuchung des Ausmasses von Russ-induziertem Abschmelzen des Eises die Probenahme vor Ort ist, organisiert Jason Box und sein Team eine Expedition auf das grönländische Inlandeis. Die Dark Snow Project Expedition ist die erste ihrer Art und wurde durch die finanzielle Hilfe von „Crowdsource funding", d.h. das Sponsoring von vielen Aussenstehenden erst möglich gemacht.

Quelle: www.esciencenews.com