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Bei einer Anhörung am 15. März 2012 wurde über das Schicksal der «Maud» entscheiden, welches von dem berühmten Polarforscher Roald Amundsen einst befehligt wurde. Nun kann das Schiff nach Norwegen überführt werden.

Die Expedition von Raold Amundsen stand seit Beginn unter keinem guten Stern und das angestrebte Ziel wurde nicht erreicht.
Die Expedition von Raold Amundsen stand seit Beginn unter keinem guten Stern und das angestrebte Ziel wurde nicht erreicht.

Roald Amundsen, der berühmte norwegische Polarforscher, der als erster Mensch den Südpol 1911 erreicht hatte, war nicht nur auf der Südhalbkugel unterwegs, sondern hatte auch verschiedene Expeditionen in der Arktis durchgeführt. Unter anderem wollte er eine Expedition durch die Nordostpassage durchführen, die bereits von Adolf Erik Nordenskjöld 1878-79 durchquert worden war, und dabei sich mehrere Jahre mit dem Eis treiben lassen (ähnlich wie es bereits bei der Nordwestpassage geschehen war). Dafür liess er sich die «Maud» bauen, die, wie die «Fram» und die «Gjøa» als Basis dienen sollte, und im Juni 1918 startete die Expedition. Leider stand sie von Anfang an unter keinem guten Stern und nur unter schwierigsten Bedingungen konnte die Expedition im Juli 1920 beendet werden, ohne jedoch die angestrebten Ziele erreicht zu haben. Das Schiff wurde danach an die Hudson Bay Company in Kanada verkauft und diente als Lager und Radiostation bevor sie 1930 in der Cambridge Bay in der nordkanadischen Provinz Nanavut, Nordkanada teilweise sank.

Nach jahrelangen zähen Verhandlungen ist nun der Weg frei für die Rückführung nach Norwegen.
Nach jahrelangen zähen Verhandlungen ist nun der Weg frei für die Rückführung nach Norwegen.

Seit einigen Jahren sind Bestrebungen unter der Leitung von Jan Wanggaard, einem bekannten norwegischen Künstler, im Gange, dieses historisch wertvolle Objekt zurück nach Norwegen zu bringen. Der Asker Stadtrat in der Nähe von Oslo, kaufte das Schiff 1990 für den symbolischen Betrag von $1 von der Hudson Bay Company und es wurden Pläne geschmiedet, das Schiff zurück nach Norwegen zu bringen. Zu diesem Zweck erwarb der Stadtrat sogar eine offizielle Lizenz zur Ausfuhr von historischen Gütern aus Kanada. Spezialisten, die damals das Schiff inspiziert hatten, waren zufrieden mit dem Zustand und gaben an, dass das kalte Wasser die «Maud» gut erhalten hatte. Sie warnten jedoch, dass dieser Zustand nicht mehr lange andauern würde. Aufgrund eines politischen Hin und Her erloschen jedoch die Erlaubnis und die Ansprüche. Die Rechte an der «Maud» wurden vom Asker Stadtrat an die Firma Tandberg Eiendom in Vollen, dem Bauort der «Maud» transferiert.

Die Überreste der «Maud» sollen gemäss Experten in gutem Zustand sein.
Die Überreste der «Maud» sollen gemäss Experten in gutem Zustand sein.

Im Dezember 2011 wurde ein erster Antrag von Jan Wanggaard, das Schiff nun doch nach Norwegen zurückzubringen, von der Canadian Border Service Agency, der kanadischen Grenz- und Zollverwaltung abgelehnt. Kanada begründete diesen Schritt damit, dass das Schiff offizielles kanadisches Kulturgut und von grosser Wichtigkeit für die kanadische Geschichte sei. Wanggaard war nun am 15. März 2012 vor dem Ausschuss der kanadischen Kulturgüterexportkommission vorstellig geworden, um seinen Standpunkt darzulegen. Der Ausschuss ist nun übereingekommen, dass, obwohl das Wrack herausragende Signifikanz aufweist, sein Weggang keinen grösseren Schaden für das nationale Kulturerbe Kanadas bedeuten wird. Der Ausschuss hat daraufhin die Border Agency angewiesen, eine entsprechende Bewilligung auszustellen.

In einer ersten Reaktion zeigte sich Jan Wanggaard hocherfreut über die Entscheidung und meinte, dass nun die grösste Herausforderung die Rückkehr der «Maud» darstellen werde. Nach den Plänen der Projektleitung soll um die «Maud» ein futuristisches Museum gebaut werden, ähnlich wie es bereits mit der «Fram» in Oslo geschehen war. «Es ist eine grosse Herausforderung, die wir angenommen haben. Wir werden hart arbeiten, dass dieses Projekt sich zu etwas entwickeln wird, worauf am Ende des Tages jeder stolz sein kann, sowohl in Kanada wie auch in Norwegen».

Quelle: www.bbc.co.uk und The Calgary Herald