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Acht Länder sind Arktisanrainer. China gehört nicht dazu. Trotzdem bemüht sich das Land um Einfluss im hohen Norden. Denn dort schlummern Bodenschätze, die es zu schürfen gilt und sobald das Eis geschmolzen ist kürzere Transportwege nach Europa.

Flagge zeigen am Nordpol – am 20. Juli 2010 erreichte der chinesische Eisbrecher Xue Long 88,22 Grad nördlicher Breite und 177,20 Grad westlicher Länge, den Rest bewältigten die Wissenschaftler per Hubschrauber.
Flagge zeigen am Nordpol – am 20. Juli 2010 erreichte der chinesische Eisbrecher Xue Long 88,22 Grad nördlicher Breite und 177,20 Grad westlicher Länge, den Rest bewältigten die Wissenschaftler per Hubschrauber.

Der arktische Rohstoffreichtum und die Perspektive einer im Sommer eisfreien Nordpolar-Region sind in den vergangenen Jahren jedoch zunehmend in den Vordergrund der chinesischen Überlegungen gerückt. Neben den Transportwegen locken die vermuteten Rohstoffvorkommen im Eismeer. Nach Schätzungen des US Geological Survey ruhen dort 30 Prozent der weltweit noch nicht entdeckten Gas- und 13 Prozent der Öllager, dazu Mineralien wie Gold, Silber, Nickel, Chrom, Titanium, Wolfram, Kohle und Diamanten. Als weltgrösster Energieverbraucher ist China stark an diesen Ressourcen interessiert.

Bereits wird in der Arktis nach Öl und Gas gebohrt, doch bald dürfte es mehr werden.
Bereits wird in der Arktis nach Öl und Gas gebohrt, doch bald dürfte es mehr werden.

Nordwest-Passage

Fünf Länder gelten als Arktisanrainer. Kanada, die USA, Russland, Norwegen und Dänemark mit Grönland. Mit zunehmendem wirtschaftlichem Interesse haben die Arktisländer in den letzten Jahren auch ihre militärischen Aktivitäten am Nordpolarmeer erhöht. Denn auch die Schifffahrtsrouten sind nicht unumstritten. Die Nordwestpassage, welche die Entfernung zwischen Europa und Asien wesentlich verkürzen würde, führt durch kanadisches Hoheitsgebiet. Kanada beansprucht das Gewässer als nationale Schifffahrtsroute. Die USA und die EU sehen dies anders und glauben, dass es sich um internationales Territorium handelt.

Bis in einigen Jahren dürften zumindest im eisfreien Sommer die Seewege durch die Arktis die Distanzen zwischen China und Europa, bzw. Amerika bis zu 6.400 Kilometer verringern.
Bis in einigen Jahren dürften zumindest im eisfreien Sommer die Seewege durch die Arktis die Distanzen zwischen China und Europa, bzw. Amerika bis zu 6.400 Kilometer verringern.

Nordost-Passage

Die Route von Shanghai nach Hamburg ist an Russlands Nordküste vorbei um 6400 Kilometer kürzer als der traditionelle Weg durch die südostasiatische Malacca-Strasse und den Suezkanal. Zudem haben sich die Versicherungsprämien bei der Fahrt durch den Golf von Aden wegen der Piratenüberfälle verzehnfacht. «Wer die arktische Route kontrolliert, kontrolliert die Weltwirtschaft und die internationalen Strategien», prophezeit Li Zhenfu von der Dalian Maritime University. Fast die Hälfte des chinesischen Sozialprodukts sei vom Schiffstransport abhängig. Eine während der Sommermonate eisfreie Nordostpassage schaffe daher für das Exportland China eine «neue Pforte nach Europa und Nordamerika». Spätestens 2040, möglicherweise auch schon früher, schätzen Experten, werden dadurch kürzere kommerzielle Schiffsrouten zwischen Asien und Europa sowie zwischen Asien und Nordamerika entstehen. Im letzten Jahr nutzten internationale Unternehmen bereits verstärkt den nördlichen Seeweg entlang der russischen Küste, um Gas und andere Waren nach Asien zu transportieren.