Nachdem bereits Ende März ein Eisbär erschossen wurde, während er versuchte, in eine Hütte einzudringen, wurde erneut ein Eisbär in Notwehr erschossen. Dieses Mal ereignete sich der Vorfall in der Isbukta, an der südlichen Ostküste Spitzbergens.

Wenn hungrige Eisbären mal Witterung aufgenommen haben sind sie nicht mehr zu bremsen, wie hier in einer russischen Siedlung.
Wenn hungrige Eisbären mal Witterung aufgenommen haben sind sie nicht mehr zu bremsen, wie hier in einer russischen Siedlung.

Zwei Skiwanderer mitsamt Hunden auf dem Eis kampierend, konnten den ihnen nähernden Eisbär nicht durch Lärm und andere Massnahmen abschrecken, so dass die beiden sich schliesslich gezwungen sahen, ihn aus der Nähe zu erschiessen. Nachdem bereits am 24. März 2013 ein Eisbär erschossen wurde, während er versuchte, in eine Hütte einzudringen, wurde erneut ein Eisbär in Notwehr erschossen. Dies ist nun schon der zweite Abschuss innert kürzester Zeit. Der Bär war noch jung und mit 119 kg Gewicht noch nicht ausgewachsen und/oder abgemagert.

Wie auch der Abschuss vom März, wird dieser Vorfall routinemässig vom Sysselmannen untersucht. Eisbären sind in Spitzbergen vollständig geschützt, nur in Notwehrsituationen bleibt der Abschuss straffrei. Die Distanz zwischen den beiden Skiwanderern und dem laut Aussage sich schnell nähernden, aggressiv erscheinenden Bären wurde mit 18 Metern angegeben. Die Behörden haben zwischenzeitlich bereits davon gesprochen, dass die Umstände auf legitime Notwehr hinzudeuten scheinen.

Thomas Ulrich musste bei seiner Franz Josef Land Expedition mehrmals Eisbären durch Schreckschüsse vertreiben.
Thomas Ulrich musste bei seiner Franz Josef Land Expedition mehrmals Eisbären durch Schreckschüsse vertreiben.

Der erste Abschuss wurde in der Diskussion dahingehend kritisiert, dass der Bär mit Pfefferspray möglicherweise unblutig hätte vertrieben werden können. Andernorts, etwa in Nordamerika, wird Pfefferspray in solchen und ähnlichen Fällen erfolgreich eingesetzt, um Konflikte unblutig zu beenden und so auch Bärenleben zu retten. In Spitzbergen hat der Sysselmannen sich allerdings offiziell gegen den Einsatz von Pfefferspray ausgesprochen.

Nach einer längeren friedlichen Phase seit dem tödlichen Angriff im Tempelfjord vom August 2011 ist dies nun der zweite Vorfall innerhalb weniger Wochen, bei dem in Spitzbergen ein Eisbär in Notwehr erschossen wurde.

Quelle: Spitzbergen.de