Die europäische Raumsonde «Mars Express» hat spektakuläre Bilder vom eisigen Frühling am Südpol des Roten Planeten gesendet. Eine hoch auflösende Stereo-Kamera lieferte äusserst detailreiche Aufnahmen, mit denen einige Geheimnisse des Nachbarplaneten gelüftet werden konnten.

Die Schichten in den Felsen zeigen Eisablagerungen in der südlichen Polarregion des Mars. Das Bild wurde von Mars Express am 15. Januar 2011 mit der High Resolution Stereo Kamera gemacht.
Die Schichten in den Felsen zeigen Eisablagerungen in der südlichen Polarregion des Mars. Das Bild wurde von Mars Express am 15. Januar 2011 mit der High Resolution Stereo Kamera gemacht.

Laut der europäische Raumfahrtagentur ESA sei auf den Fotos eine rund 500 Meter dicke Eisschicht zu sehen, teilweise sei das Eis von dunklem Staub bedeckt. So sollen auch zahlreiche Dünen und Krater zu erkennen sein. Einige der Dünen verliefen erstaunlich parallel, deren Entstehung könnte Rückschlüsse auf die vorherrschenden Winde geben.

Der Süden ist auf der linken Seite, der Norden rechts. Die Nordseite der Krater und Klippen zeigen Schichten aus Eis und Staub (Kasten 1). In der Mitte über dem Bild gibt es grosse Eisschichten, in stark abfallendem Gelände (Kasten 2). Mit zunehmender Entfernung vom Südpol wird das Eis auf grösseren Kratern (Kasten 3) geringer. Es können auch rätselhafte parallele Strukturen in der Oberfläche des Mars gesehen werden (Felder 4 und 5).
Der Süden ist auf der linken Seite, der Norden rechts. Die Nordseite der Krater und Klippen zeigen Schichten aus Eis und Staub (Kasten 1). In der Mitte über dem Bild gibt es grosse Eisschichten, in stark abfallendem Gelände (Kasten 2). Mit zunehmender Entfernung vom Südpol wird das Eis auf grösseren Kratern (Kasten 3) geringer. Es können auch rätselhafte parallele Strukturen in der Oberfläche des Mars gesehen werden (Felder 4 und 5).

Mit zunehmender Entfernung vom Südpol sind grössere zusammenhängende Eisvorkommen nur noch im Inneren von Kratern erhalten. Es fällt auf, dass sich das Eis nicht in deren Zentrum befindet, sondern näher an den Nordwänden der Krater platziert ist. Dieser Effekt sei auf die aus nördlicher Richtung einstrahlende Sonne zurückzuführen, so die Forscher. Dadurch erwärmten sich die Südhänge deutlich stärker, das Eis schmilzt allmählich ab.

Bild aus einer anderen Welt, einfach faszinierend und schön.
Bild aus einer anderen Welt, einfach faszinierend und schön.

Die Sonde hatte bereits am 15. Januar 2011 die südliche Hemisphäre des Mars überflogen und dabei Aufnahmen von der Region Ulyxis Rupes gemacht. Es handelt sich um einen Steilhang in den hohen Breiten des südlichen Mars-Hochlandes, der sich über eine Länge von rund 390 Kilometern erstreckt. Aus den Bildinformationen können die Forscher jetzt ein digitales Geländemodell der Marsoberfläche ableiten.

Nach dem Start am 2. Juni 2003, dem Ausfahren der drei bis 20 Meter langen Antennen einigen weiteren Tests konnte die Sonde «Mars Express» am 4. Juli 2005 seine wissenschaftliche Arbeit aufnehmen.
Nach dem Start am 2. Juni 2003, dem Ausfahren der drei bis 20 Meter langen Antennen einigen weiteren Tests konnte die Sonde «Mars Express» am 4. Juli 2005 seine wissenschaftliche Arbeit aufnehmen.

Die Sonde «Mars Express» wurde am 2. Juni 2003 mit einer russischen Sojus Rakete von Baikonur aus gestartet und erreichte den Mars am 25. Dezember 2003. Hauptaufgabe der Mission ist die vollständige Kartographierung des Planeten, die Erforschung seiner Atmosphäre, seiner Oberfläche, sowie des Materials, das sich in bis zu zwei Metern Tiefe befindet. Zusätzlich hatte die Sonde das Landegerät Beagle 2 an Bord. Die Primärmission des Orbiters war beginnend mit Juni 2004 auf ein Marsjahr, dies entspricht etwa 23 Erdmonate, ausgelegt. Die Mission wurde zwischenzeitlich bereits mehrfach verlängert, zuletzt bis 2014.