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  • Grönland unterstützt Schweröl-Verbot in der Arktis

    Die Regierung in Nuuk hat bekanntgegeben, dass sie ein internationales Verbot von Schweröl in der Arktis aktiv unterstützen wird. Entsprechende Pläne hatte die Internationale Schifffahrtsorganisation IMO, die nun von der Regierung in Nuuk gutgeheissen wird. In einer Erklärung teilt die grönländische Regierung mit: "Naalakkersuisut hat sich entschlossen, aktiv an einem Verbot von Schweröl HFO in der Arktis via der UN IMO mitzuarbeiten. Das Verbot muss sowohl die Navigation wie auch den Transport von HFO in der Arktis umfassen." Verschiedene Umweltorganisationen haben den Schritt begrüsst und hoffen, dass weitere Regierungen, vor allem der Arktisanrainerstaaten folgen werden. Die Gründe für den Schritt begründet die Regierung mit dem nun vorliegenden Bericht des Ministeriums für Natur und Umwelt, welches die soziökonomischen, umwelt- und klimatechnischen Konsequenzen eines solchen Schrittes untersucht hatte. Die Regierung ist der Meinung, dass die Gefahren durch Umweltschäden höher sind als die Kosten, die durch das Verbot entstehen werden.

Zum Umwelteinfluss von Kreuzfahrten wurde eine neue Studie veröffentlicht. Erstellt wurde sie von Akvaplan-Niva, einer privatwirtschaftlichen Beratungsgesellschaft zu Forschung, Nutzung und Umwelt in mariner Umwelt und Frischwasserökosystemen, angeregt wurde die Studie von AECO, dem Interessenverband der in Svalbard aktiven Expeditionskreuzfahrtveranstalter.

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Eines der untersuchten Schiffe war die «Polarstar».

Die Studie ist detailliert und geht auf verschiedene Aspekte ein, nachdem die Forscher mehrere Schiffe in Spitzbergen begleitet hatten, um die Praxis zu beobachten. Eine erste Durchsicht des umfangreichen Berichts fördert zusammenfassend folgende Punkte zutage:

  • Das Umweltbewusstsein von Mannschaften, Guides und Passagieren wird als sehr hoch angesehen.
  • Schiffsoperationen und touristische Aktivitäten sind bereits stark reguliert.
  • Emissionen von Schiffen in Luft und Wasser haben einen «vergleichsweise geringen» Einfluss auf die marine Umwelt.
  • Potentiell sehr schädlich kann die Einfuhr neuer Arten durch Ballastwasser, am Schiffsrumpf oder an Bekleidung sein, der Bericht schlägt Schutzmassnahmen vor.
  • Zur Beurteilung des etwaigen Einflusses von Geräuschemissionen und Personengruppen auf Seevögel und Säugetiere sind detaillierte Studien erforderlich.
  • Das grösste Umweltrisiko geht von Ölverschmutzung nach Schiffsunfällen aus. Die Risikoanalyse zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer von Expeditionskreuzfahrtschiffen ausgehenden, grösseren Ölverschmutzung «relativ gering» ist, beziffert als einmal in 300 Jahren und voraussichtlich bald fallend auf einmal in 700 Jahren, sobald verbesserte Seekarten zur Verfügung stehen. Positiv hervorgehoben wird, dass die kleinen Schiffe (meist 70-100 Passagiere) ausschliesslich mit marinem Diesel (MDO/MGO-Treibstoff) fahren und nicht mit dem deutlich gefährlicheren und billigerem Schweröl, so dass die Konsequenzen im Fall eines Treibstoffverlustes vergleichsweise gering wären, lokal aber dennoch dramatisch sein könnten, indem sie etwa für einzelne Seevogelkolonien zum Verlust einer Brutsaison führen könnten.
  • Der oft gefürchtete, dramatische Anstieg des Tourismus entspricht nicht der Realität: Die Anzahl an Land gegangener Personen sowie die Anzahl der aufgesuchten Landestellen ist seit 2004/2005 insgesamt stabil. Das stärkste Wachstum haben die grossen Überseekreuzfahrtschiffe, die praktisch nur die Siedlungen und den Magdalenefjord besuchen. Das Ende der Übergangsregelungen für den Gebrauch von Schweröl wird ab 2015 voraussichtlich die Anzahl grosser Kreuzfahrtschiffe in Spitzbergen stark reduzieren.
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Der befürchtete Anstieg des Tourismus trat nicht ein. Die an Land gegangenen Besucherzahlen sind seit Jahren gleich geblieben.

Quelle: www.spitzbergen.de